Die Patenschaften (Psychiatrie-Erfahrene helfen anderen Betroffenen, denen es schlechter geht) sind das zentrale Herzstück des Psychiatrie-Patinnen und -Paten e.V. Sie sind – nach unserem Wissen – in Deutschland einzigartig. Die Idee ist, dass die Psychiatriepatinnen und -paten die Patenkinder oder Bepateten durch ihr Leben begleiten und ihnen in den täglichen Schwierigkeiten beistehen. Dabei handelt es sich nicht um Betreuungen nach dem sogenannten Betreuungsgesetz sondern um ein eigenes Konzept, das die Patinnen und -Paten sowie die begleitete Person gleichberechtigt sieht. Die Patin und der Pate unterliegen der Schweigepflicht.

Diese Patenschaften folgen dem Patenschaftsleitfaden 2011, einer Richtlinie für die Patenschaften. Gegen Ende des Jahres 2016 bestanden 22 Patenschaften.

Die Patenschaften kommen sehr gut an bei den Bepateten, weil sie ein Bindeglied darstellen zwischen der Psychiatrie und dem alltäglichen Leben. Die Patenschaften gestalten sich sehr unterschiedlich. Manche treffen sich mehrmals wöchentlich, andere monatlich.

Aktivitäten im Rahmen einer Patenschaft sind beispielsweise Informationsaustausch, Freizeit-gestaltung wie Spazieren gehen, Ausstellungs- und Museenbesuche, Sport und Kontakte zu anderen. Die Begleitung und Unterstützung bei Behördengängen und Arztbesuchen sowie Hilfe im Alltag sind eher selten. Da die Patenschaft besonders zu Beginn eine erhöhte Belastung bedeuten kann, ist geplant, eine regelmäßige Supervision wieder einzuführen.